PROJEKTBERICHT

Die Reutlinger Uralteichen aus der Zeit des Westfälischen Friedens

Der Markwasen liegt am Fuße des Biosphärengebiets Schwäbische Alb auf der Gemarkung Stadt Reutlingen. Das Waldgebiet beheimatet mit seinen bis zu 365jährigen Alteichen (Erstanpflanzung zum Westfälischen Frieden), einen einzigartigen Lebensraum für zahlreiche Tierarten, insbesondere streng geschützter Holzkäferarten.

Untersuchung der Bruch- und Standsicherheit von Alt- und Uraltbäumen

Untersuchungsgebiet: Markwasen Stadt Reutlingen, Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Auftraggeber: STADT REUTLINGEN, Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt 2021
Auftragsgegenstand: Eingehende messtechnische Baumuntersuchungen an Altbäumen (bis 365jährig)

Stadtnahes Erholungsgebiet am

am Fuße der Schwäbischen Alb

Für Besucher und Erholungssuchende bietet er als stadtnahes Erholungsgebiet zahlreiche Wander- und Spaziermöglichkeiten am Fuße der Alb. Auch ziehen im Markwasen beheimatete alte Kulturformen der Waldschafweide und eines eingerichteten Dammwildgehege vor allem die jüngeren Besucher stark an. Das Untersuchungsgebiet befindet sich westlich des äußeren Ringelbachs und wird von der asphaltierten Ringelbachstraße zum Schützenhaus durchzogen.

Westlich reicht der Altbaumbestand des Markwasens bis zur Rudolf-Harbig-Straße. Zahlreiche Waldwege und Trampelpfade durchziehen das Naherholungsgebiet Markwasen. Auch nützt ein ansässiger Waldkindergarten Waldbereiche des Markwasen nördlich der eingezäunten Waldschafweide als Aufenthalts- und Außenspielbereich für die pädagogischen Tagesgestaltung.

Untersuchung in Zusammenarbeit

mit Frank Rinn / RINNTECH (Heidelberg)

Im April 2021 wurden nun 150 Alteichen, die im stark frequentierten Verkehrsbereich ihr Kronendach ausbilden, auf ihre Verkehrssicherheit untersucht (Pietruschinski, VTA-1, 2021). Es erfolgte eine Eingrenzung des Untersuchungsgebiets auf die stark frequentierten Bereiche. Insbesondere die straßennahen Bäume zum Schützenhaus an der Ringelbachstraße, die westlichen Traufbäume an der Rudolf-Harbig-Straße und die Altholzbäume des genützten Waldbereichs des Waldkindergartens wurden eingehend untersucht.
Fundierte Unterstützung im messtechnischen Aufbau und in der technischen Umsetzung der Baumuntersuchung lieferte Johannes Faulhaber, zweiter Geschäftsführer der RINNTECH-METRIWERK GmbH & Co. KG, kurz „RINNTECH“.

Messtechnisches Untersuchungsverfahren
Schall-Laufzeit-Messungen am Stamm (Arbotom®) und im Boden (Arboradix™), RINNTECH / Heidelberg.

 

Die eingehenden Baumuntersuchungen erfolgten mit Messtechnik der Fa. RINNTECH/Heidelberg (hier: Arbotom® und Arboradix™). Die Gesamtbetrachtung (Gutachten) der biologischen und messtechnischen Befunde wurde von Dipl. Forstwirt Marcus Pietruschinski, Baumpflege Team Bodensee, durchgeführt.

Beispiel messtechnische Bruch- und Standsicherheitsuntersuchung eines Altbaumes

ABBILDUNG 1

Beispiel: Im ersten Schritt wird die Untersuchung der Bruchsicherheit eines Baumes durchgeführt. Die Arbotom Schall-Laufzeit-Messung des Baumstammes, bodennah auf 20 cm Messhöhe.
Im 2. Schritt wurde die Standsicherheit des Altbaumes bzw. die Wurzelausdehnungs- und Verankerungssituation mit dem ARBORADIX™-Impulshammer ermittelt.

ABBILDUNG 2

Beispiel: Untersuchung der seitlichen Wurzelausdehnungs- und Verankerungssituation des Altbaumes (Standsicherheitsuntersuchung).

Die Zusammenarbeit mit Frank Rinn und mir besteht seit 1998. Seitdem ist die Ergänzung und Zusammenführung von messtechnisch, baumstatischen und baumbiologischen Verständnis und Fachwissen die Grundlage unserer umfassenden gemeinsamen Baumbegutachtung.

Nach dem Beginn unserer Zusammenarbeit im Jahr 1998 führen wir seit 2006 die eingehenden, messtechnischen Baumuntersuchungen Arboretum Insel Mainau durch und unterstützten durch die gutachterliche Verkehrssicherheitsüberprüfungen den Erhalt und Fortbestand der imposanten Baumsammlung des Arboretums, angelegt um 1852.

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Frank Rinn

Dipl-Phys.

Jahresuntersuchung Arboretum Insel Mainau, 2021

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Marcus Pietruschinski

Dipl.-Fw.

Jahresuntersuchung Insel Mainau, 2021